Ausdruck lindert Druck

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Kunsttherapie

 

Was tun wenn die Seele krank wird?

Ebenso wie der Körper kann auch die Seele erkranken. Bei einer körperlichen Krankheit ist es für die meisten Menschen selbstverständlich sich Hilfe beim Haus- oder Facharzt zu holen. Bei einer seelischen oder auch psychischen Krankheit ist es vielen noch unangenehm sich Hilfe zu holen. Die Angst was die Nachbarn oder Bekannte sagen könnten, die Angst dass man "nicht richtig tickt" hält viele davon ab sich behandeln zu lassen.

In den letzten Jahren nehmen psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen, chronische Erschöpfung/Burnout und psychosomatische Erkrankungen durch unseren stressigen Arbeitsalltag, soziale Isolation etc. in unseren Breiten immer weiter zu. Auch wenn es vielen noch unangenehm ist sollten Sie sich nicht scheuen, bei einer psychischen Erkrankung rechtzeitig professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

 

Wo finden Sie Hilfe?

Sie haben dabei die Möglichkeit zu einem Kassenzugelassenen Psychotherapeuten zu gehen, wo Sie zwischen den 3 Richtlinienverfahren wie Verhaltenstherapie, tiefenpsychologische Therapie und Psychoanalyse wählen können. Oder Sie gehen zu einem Heilpraktiker für Pychotherapie, der Ihnen noch weitere alternative Heilmethoden wie z.B. die Kunsttherapie anbieten kann. Ein Vorteil bei einem Heilpraktiker Psychotherapie ist neben den vielfältigen Therapiemethoden auch, dass Sie in der Regel viel schneller einen Therapieplatz bekommen als bei einem kassenzugelassenen Therapeuten, wo die Wartezeit bis zu einem Jahr betragen kann.

 

Gründe für eine Kunst(psycho)therapie können sein:

• Sie leiden unter innerer Unruhe

• Sie haben Ängste, Verspannungen oder Depressionen

• Sie möchten Ihre Arbeits- (und Liebes)-fähigkeit wieder herstellen

• Sie haben schlechte Erlebnisse aus der Kindheit, die Sie sich näher anschauen und bearbeiten möchten

• Sie stecken in einer Situation fest, für die Sie alleine keine Lösung finden

• Sie haben Schwierigkeiten sich selbst oder ihren Körper zu akzeptieren wie er ist

• Sie sind schon länger unzufrieden mit Ihrer Lebenssituation, fühlen sich ausgebrannt oder ständig überfordert

• Sie kommen von einem Klinikaufenthalt oder aus einer Reha zurück, Ihnen hat die Kunsttherapie dort gut getan und sie möchten nach der Klinik/Reha damit gerne weitermachen

• Sie haben Übergewicht, Adipositas oder eine Essstörungen und möchten sich das, was sich hinter dieser Erkrankung verbirgt, mal genauer anschauen

 

Es gibt viele Gründe, um kunsttherapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen...

 

Als Kunsttherapeutin weiß ich aus meiner Erfahrung wie wohltuend Kunsttherapie von vielen Menschen empfunden wird. Ich nehme mir Zeit für Sie und höre Ihnen zu. Einfühlsam und wertschätzend begleite ich Sie beim Ausdruck ihrer inneren Bilder, unterstütze Sie bei Ihren Veränderungsprozessen, begleite Sie achtsam beim inneren Aufrichten oder beim Entfalten Ihrer Persönlichkeit. Dabei öffne ich für Sie den Raum für das Erleben und den Malprozeß...

An künstlerischen Techniken steht Ihnen die ganze Bandbreite zur Verfügung: Malen, töpfern, modellieren, arbeiten mit Holz, Wolle, Stoff, Collagen, Fotos, Mixed Media ... Womit Sie arbeiten möchten entscheiden Sie.

 

Was ist Kunsttherapie?

"Kunsttherapie ist Psychotherapie mit künstlerischen Mitteln".

Die Kunsttherapie gehört wie Musik- und Tanztherapie zu den kreativen Therapien, die in der Regel nicht von den Kassen erstattet werden. Sie ist ein psychotherapeutisches Verfahren, das mit künstlerischen Mitteln arbeitet. Das Besondere an der Kunsttherapie ist, dass neben der "normalen" Zweierbeziehung Patient/Therapeut noch ein Drittes dazu kommt - z.B. das gemalte Bild (es kann auch eine andere Art der Gestaltung sein, z.B. etwas getöpfertes). Über das in der Therapie entstandene Werk wird mit dem Therapeuten gemeinsam gesprochen und auch darüber, was man beim Malen (oder Gestalten) erlebt hat.

Für wen ist Kunsttherapie geeignet?

Kunsttherapie ist für jedes Alter und für (beinahe) jede Erkrankung geeignet. Kinder gestalten normalerweise alle sehr gerne. Ihnen gelingt es in der Kunsttherapie spielerisch an ihren "Problemen" oder Verhaltensauffälligkeiten zu arbeiten. Erwachsene können Kunsttherapie zur Behandlung von vielfältigen Erkrankungen einsetzen. Senioren mit oder ohne Demenzerkrankungen profitieren ebenso von Kunsttherapie wie Menschen mit organischen Erkrankungen. Neben dem Effekt, dass sich die meisten Menschen beim Gestalten entspannen können, wirkt der kreative Umgang mit Farben positiv auf die Psyche, es können Verhaltensweisen verändert bis zu tiefliegenden unbewußten Anteilen bearbeitet werden. Dazu braucht es die Begleitung durch einen erfahrenen, gut ausgebildeten Kunsttherapeuten/Kunsttherapeutin.

Mein Verständnis von Kunsttherapie (kursiver Text):

In der Kunsttherapie haben Sie die Möglichkeit, das was Sie bedrückt, Ihre "inneren Bilder" zum Ausdruck zu bringen, sie sichtbar zu machen und mit therapeutischer Begleitung zu verändern. Vielen fällt es leichter zu malen als darüber zu sprechen, was sie belastet, seien es Ängste, Blockaden oder immer wieder kehrende, ungeliebte Verhaltensweisen. "Ich kann gar nicht malen" sagen viele. In der Kunsttherapie geht es nicht ums "Malen können", auch nicht darum am Ende ein fertiges "Kunstwerk" herzustellen. Es geht um den "MALPROZESS". Im Malprozeß können Sie Dinge ERLEBEN, die sie sonst nicht (mehr) erleben können, Sichtweisen VERÄNDERN, die Ihnen sonst nicht (mehr) zugänglich sind. Es ist wie ein "so tun als ob", ein Probehandeln von neuen Verhaltensweisen in belastenden Situationen. Dieses Probehandeln verändert die Nervenbahnen in Ihrem Gehirn. Sie können dann später, wenn es "darauf ankommt", auch im "richtigen Leben" anders handeln. Veränderungen geschehen in kleinen Schritten. Sie brauchen Zeit, Vertrauen und einen geschützten Raum, in dem Sie sich öffnen können. Ich lade Sie ein sich die Zeit zu nehmen und öffne für Sie den Raum mit meiner achtsamen therapeutischen Begleitung ...

"Wenn Worte fehlen sprechen Bilder"

Die Kunsttherapie ist eine sanfte und doch tief gehende Methode, um seelisches Leid zu lindern. Sie bedient sich dabei der "inneren Bilder". Der Sprache des Unterbewußten. Durch den Ausdruck in der Kunsttherapie können sie sichtbar gemacht werden. Sichtbar gemacht dürfen sie sich verändern, der Leidensdruck kann dadurch gelindert werden. Durch den spielerischen Umgang mit dem künstlerischen Medium gelingt der Zugang zu seelischen Prozessen auch Menschen, die sich mit Worten nicht ausdrücken können...

Worin liegt der Unterschied zur künstlerischen Gestaltung?

Kunsttherapie unterscheidet sich von "normalem" künstlerischen Gestalten durch die therapeutische Begleitung und die Absicht etwas (an sich) zu verändern. Die künstlerischen Mittel und die therapeutische Begleitung sind dabei eine Art "Werkzeug", mit denen Sie dieses Ziel erreichen können.

Verschiedene Formen der Kunsttherapie:

Kunsttherapie kann sowohl "ressourcenstärkend" wie auch "aufdeckend" sein. Ressourcenstärkend heißt, es wird gestärkt was an persönlichen Stärken und Ressourcen vorhanden ist. Dadurch können sich Ihre Ressourcen vergrößern, Sie werden insgesamt stärker und stabiler, was sich auf alle Bereiche Ihres Lebens auswirkt.

Aufdeckende Kunsttherapie bedeutet, dass man an tiefer liegenden (unbewußten) Konflikten arbeitet und sie dabei anspricht und aufdeckt. Durch das Aufdecken können sie sich verändern und dürfen sich heilend auflösen. Dabei geht der Therapeut sehr behutsam vor. Es wird erst dann aufdeckend gearbeitet, wenn sich ein stabiles Vertrauensverhältnis zwischen Klient und Therapeut entwickelt hat und der Klient mit dem Aufdecken von tiefer liegenden Konflikten einverstanden ist.

Kunsttherapie als Einzel- oder Gruppentherapie:

Kunsttherapie kann als Einzeltherapie wie auch als Gruppentherapie stattfinden. Bei der Einzeltherapie hat der Klient die Möglichkeit ganz individuell und in seinem Tempo mit dem Therapeuten an seinen Themen zu arbeiten. In der Gruppe wird Kunsttherapie eher ressourcenstärkend eingesetzt. Es werden z.B. vom Therapeuten Themen vorgegeben oder jeder gestaltet etwas zu seinem eigenen Thema. Die Werke werden anschließend in der Gruppe oder einzeln besprochen, dabei gibt jeder nur das von sich preis, was er in der Gruppe erzählen möchte. Die Ergebnisse kann der Klient in der Einzeltherapie weiter bearbeiten und besprechen.

Sowohl in der Einzel- wie auch in der Gruppentherapie arbeitet der Klient mit dem Therapeut im "geschützten Raum", d.h. alles, was in der Therapie besprochen wird unterliegt der Schweigepflicht und wird nicht nach aussen getragen.
(C. Dedden)

 

Teilnehmerarbeiten aus dem kunsttherapeutischen Nana-Workshop "Ich schütze mich"

Woher kommt die Kunsttherapie?

Die Kunsttherapie ist eine relativ junge, sich von Impulsen aus den USA und Europa aus der Mitte des 20. Jahrhunderts herleitende Künstlerische Therapie. In der Kunsttherapie wird hauptsächlich mit Medien der bildenden Kunst gearbeitet. Dazu zählen malerische oder zeichnerische Medien, plastisches Gestalten (Skulpturen) oder auch Fotografien. Durch sie können Patienten unter therapeutischer Begleitung innere und äußere Bilder ausdrücken, ihre kreativen Fähigkeiten entwickeln und ihre sinnliche Wahrnehmung ausbilden

Wo wird Kunsttherapie eingesetzt?

Die Kunsttherapie wird in klinischen, pädagogischen, heilpädagogischen oder soziokulturellen Bereichen ausgeübt, also z. B. in Krankenhäusern, Schulen, Einrichtungen der Behindertenhilfe, Museen, Gefängnissen, Altenheimen, in der Suchthilfe, in der Beratung, im Coaching, in der Supervision, in der Erwachsenenbildung und in freier beratender und therapeutischer Praxis.

Worin unterscheidet sich Kunsttherapie von anderen Psychotherapieformen?

Die Kunsttherapie unterscheidet sich von anderen Psychotherapieformen dadurch, dass zwischen Patient und Therapeut noch ein künstlerische Medium (z.B. das gemalte Bild) hinzukommt. Daraus ergibt sich ein Beziehungsdreieck: Klient – Therapeut – Medium (Werk), das auch als kunsttherapeutische Triade bezeichnet wird.[32] Damit spielen für die kunsttherapeutische Praxis drei Ebenen und ihre Beziehung zueinander eine Rolle:

1. Das künstlerische Gestalten am Werk

2. Die Beziehung zwischen Therapeut und Patient

3. Die Betrachtung des Werkes und seine Wirkung.[33] 

(Quelle: Vgl. Wikipedia)

Durch das Hinzukommen des Werkes fällt es vielen Klienten leichter über sich zu sprechen als bei der reinen "Zweierbeziehung" Therapeut-Klient. Das Werk dient sozusagen als "Unterstützung" des Klienten beim therapeutischen Prozess.

Das Werk wird zusammen mit dem Therapeuten nicht nur betrachtet, sondern auch besprochen. Dabei vermeidet der Therapeut das Werk zu deuten oder zu bewerten. Dem Klienten wird durch das wertfreie Feedback des Therapeuten ermöglicht zu eigenen Lösungen zu finden. (CD)