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Online-Workshop "Ich im Bild . Renaissance trifft Jetzt-Zeit" im Juni 2020

Vom 15. - 21.6.2020 fand mein erster künstlerischer Online-Workshop "Ich im Bild . Renaissance trifft Jetzt-Zeit" in dem Projekt "gesundmitkunst" in Zusammenarbeit mit den Kunstsammlungen der Veste Coburg statt. Es war nicht nur für mich sondern auch für die Kunstsammlungen eine Premiere online zu arbeiten. Durch die Kontaktbeschränkungen während der Corona-Zeit ist die Idee entstanden gemeinsam neue Wege online zu gehen.

Die Kunstsammlungen verfügen über einen bedeutenden Bestand an Porträtbildnissen von Lucas Cranach d. Ä. Per Smartphone, Tablet oder Laptop wurden die Teilnehmer in der einfach zu bedienenden Konferenzschaltung Zoom als Gruppe von mir angeleitet. Unterstützt wurde ich von der Dipl. Pädagogin Felicitas Harke (Coburg) und Cornelia Stegner, Kunsthistorikerin M.A. von den Kunstsammlungen der Veste Coburg. 

Die zehn Teilnehmer bekamen vorab von mir ein Materialpaket mit Leinwand, Papier und Farben zugeschickt. Sie suchten sich vorher ein Porträtbild aus den Kunstsammlungen aus, mit dem sie sich auseinandersetzen und das sie künstlerisch umsetzen wollten. Ziel war, dass alle Teilnehmenden ein Selbstbildnis im Dialog mit einem Renaissance-Porträt gestalten. Dabei wurde es den Teilnehmern frei gestellt, mehr gegenständlich oder abstrakt zu arbeiten. Nach der Workshop-Woche wurden die entstandenen Werke in einer virtuellen Ausstellung auf der Veste Coburg gewürdigt. Aus gesundheitlicher Sicht sollten während des Workshops Selbstwahrnehmung, Selbstakzeptanz, ein positives Selbstbild und Kommunikative Kompetenz gefördert werden.

Der Workshop fand an 5 Tagen hintereinander für jeweils 2 Stunden statt, an denen im Wechsel verschiedene Übungen erarbeitet und in gemeinsamen Gesprächrunden über die entstandenen Arbeiten reflektiert wurde. An einem 6. Tag wurden die fertigen Werke virtuell in den Kunstsammlungen der Veste Coburg gezeigt. Durch die kunsttherapeutischen Übungen zum Erspüren des eigenen Gesichts und der malerischen Auseinandersetzung mit der eigenen Person beschäftigten sich die Teilnehmenden mit sich selbst. Sie konnten dabei den Fragen nachgehen, was sie selbst gespürt haben und wie es ihnen dabei ging. Das gab ihnen die Möglichkeit, sich mit dem eigenen Aussehen, dem Charakter sowie den eigenen Stärken, Wünschen und Eigenschaften künstlerisch auseinanderzusetzen und sich selbst in einem positiven Licht zu sehen. Um die Angst vor dem Bild abzubauen wurden verschiedenen Übungen angeleitet aus Sicht eines unperfekten Bildes zu malen. So wurde der Druck rausgenommen, ein künstlerisch perfektes Werk schaffen zu müssen. Dadurch entstand eine gelöste Stimmung in der Gruppe. Zusätzlich zu den künstlerischen Übungen erfuhren die Teilnehmer kunsthistorische Hintergründe zu den ausgewählten Werken und es wurden von der Kunsthistorikerin Fragen zur Entstehung, dem Maler, Kostümen etc. beantwortet.

Die geografische Nähe der meisten Teilnehmer zu den Kunstsammlungen bot sich für einen anschließenden Museumsbesuch vor Ort an. 

Für mich war es eine sehr bereichernde Erfahrung online zu arbeiten. Vor Ort leite ich seit 15 Jahren künstlerische Workshops und Kurse und seit 6 Jahren kunsttherapeutische Gruppen an. Ich war sehr positiv überrascht, wie viel an Atmosphäre online entsteht und wie sehr man die Teilnehmer spüren kann. Auch das Gruppengefühl stellte sich schnell ein. Ich bin froh und dankbar dass alles so gut geklappt und die Technik mitgespielt hat. Und die entstandenen Werke können sich wirklich sehen lassen.

Vielen Dank an die Kunstsammlungen der Veste Coburg, das Netzwerk bayrischer Städte, das Projekt gesundmitkunst, die AOK Bayern, die Medical School Hamburg und das ganze Projektteam.

Ihr alle seid großartig, es ist toll, dass ihr mit Eurer Arbeit dieses wunderbare Projekt ermöglicht und unterstützt, das den Teilnehmer ermöglicht sich mit Kunst ein Stück weit besser zu fühlen.

 

 

Teilnehmerstimmen:

 

„ … Meine Umsetzung der Vorlage ‚Johann der Beständige‘: Mein Reichtum und meine Macht sind meine Ideen und die Fähigkeit, mich und andere zu begeistern. Das habe ich versucht, in das Bild einfließen zu lassen. Mit Renaissancemalerei bzw. mit Johann dem Beständigen hat es nur insofern etwas zu tun, als dass ich mich eben auch selbst und idealisiert darstelle, bzw. wie ich mich selbst sehe (wenn ich mich wohlwollend betrachte) und gesehen werden möchte. Danke für Deine Begleitung und ermutigende Anleitung durch die letzten 5 aufschlussreichen Tage. Das schöpferische Tun und die Beschäftigung mit mir selbst hat wieder einmal viel in Gang gesetzt innen und außen. Und ich bin ziemlich entspannt und gelassen, auch und gerade, was meine Schwächen angeht. Das will ich mitnehmen!“

 

„Das Online-Seminar war sehr gut strukturiert, hat Schwellenängste sofort beseitigt. Wunderbar für mich war, wie es der Leiterin gelungen ist mit Achtsamkeit und Wertschätzung auf die Teilnehmenden einzugehen. Es war eine Bereicherung und hat mich sehr positiv gestimmt. Hoffentlich bis bald in Coburg.“  

„ Wie geht es mir nun? Sehr wohl fühle ich mich, da die Auseinandersetzung mit dem Bild und dem Thema darstellende Kunst gerade im 16. Jh. seit vielen Jahren mein Schwerpunktthema ist. Sehr viel habe ich über diese spannenden Umbruchszeit geforscht, politisch, gesellschaftlich und sehr geeignete Ausdrucksformen in der Kunst entdeckt. Diese neue Erkenntnis, mich einem Bild und der Person meiner Katharina auf diese Weise persönlich zu nähern, beflügelt mich und eröffnet mir neue Wege, mich weiter und wieder neu mit dieser Zeit zu beschäftigen.“

 

„Die Auseinandersetzung mit ‚meiner Kunst‘ ist eine Erfahrung wert gewesen, hat mir aber deutliche Grenzen aufgezeigt. Zusammenfassend hat es Freude bereitet, dennoch hat es mich sehr gefordert. Schön war es lernen zu dürfen, den Umgang mit den verschiedenen Farben zu üben... Gleichzeitig ist mir aufgefallen, dass für mich die Zeit viel zu kurz war. Mir sind so viele Gedanken während der Arbeit gekommen. (…) Gerade gestern ist mir klar geworden, was mir nicht gelungen ist und wie unvollkommen mein Bild ist. Ich möchte es so stehen lassen, mein Bild stellt eine Experimentierfläche dar. Einen Prozess über Tage, glänzend in seiner Unvollkommenheit...Viel Freude hat mir die Gemeinschaft gemacht, die Gedanken und der Austausch. Hervorragend finde ich die Idee, sich Museen und Kunst so zu nähern... Nicht nur mit Wissen und Fakten, sondern mit Ideen und Kreativität, mit Lebendigkeit und neuen Formen. Ein großes Lob an euch alle, die zur Verwirklichung dieses Projektes beigetragen haben, weiter so!“

 

„Vielen lieben Dank für diesen tollen Kurs und die eindrücklichen Erfahrungen. Es hat sehr viel Spaß gemacht und mir persönlich auch viel gebracht.“

 

„Es war echt ein Glücksfall, dass ich in der Zeitung den Artikel über deinen Workshop gefunden habe. Mein erster Gedanke war damals: ‚Prima, malen!‘, der zweite, therapeutische Aspekt hat mich von Anfang an auch sehr interessiert. Ich bin im Anschluss auf deine Homepage und war beeindruckt. Malen reinigt einfach die Seele. (…) Da kommen alle Facetten des Menschseins zum Vorschein. Als Therapeutin siehst du die Ergebnisse sicherlich noch mit ganz anderen Augen! Das scheint mir auch spannend und bedeutend, wie man das Bild aufgebaut und in welcher Reihenfolge man Dinge gezeichnet hat. Darüber hatte ich mir vorher nie Gedanken gemacht. Ich habe jedenfalls viel beim Malen reflektieren können. Danke für diese Erfahrung, die kostenlose Therapie und deine wertvolle Zeit.“  

 

„Es war Anstrengend –  ( Planung im vorhinein etc. ) 

Aufbauend – deine pädagogischen Schritte 

Erkenntnis – Reich ( Wortspiel )  – möchte mehr hier „ Erkennen und Erfahren „  ( Anna von Cleve und ihr Kostüm und ihre Geschichte )

Umsetzbar in die heutige Zeit - oder auch nicht ? 

Zusammen gefasst: es hat Spaß gemacht “

 

„Ganz, ganz toll!!!
Ich danke Dir, Claudia. Das war wirklich ein wunderbares Projekt, von dem ich sehr hoffe, dass es Anschluss findet. Meine Erwartungen hat es mehr als übertroffen und die Stimmen der TeilnehmerInnen sprechen eigentlich für sich.“ Cornelia Stegner M.A.

 

„Der künstlerische Online-Workshop „Ich im Bild“ war für mich ein neues Format. Ich arbeite gerne online und konnte so meine bisherigen Erfahrungen mit künstlerischen/kunsttherapeutischen Workshops um ein weiteres Format ergänzen. Ich halte dieses Format gerade in Corona-Zeiten als eine sinnvolle Ergänzung zu offline-Angeboten und glaube, dass darin die Zukunft - auch im therapeutischen Arbeiten - liegt.

Ich war sehr erfreut, wie schnell eine positive Stimmung in der Gruppe entstand und ein Zusammengehörigkeitsgefühl entstand. Es war für mich anstrengend den verschiedenen Ausgangssituationen der Teilnehmer mit zwei psychisch „angeschlagenen“ Menschen gerecht zu werden und gleichzeitig auch unglaublich bereichernd diese Gruppe in dieser einen Woche zu führen. Die Zusammenarbeit mit den Kunstsammlungen der Veste Coburg mit Frau Stegner, meiner Assistentin Frau Harke und dem ganzen Projektteam von gesundmitkunst hat wunderbar geklappt und mir sehr viel Freude bereitet. Ein großes Dankeschön an das ganze Team!“ Claudia Dedden, Workshopleitung