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Nana und Nano -Workshop Ingolstadt

Vom 11.6.-15.6. habe ich im Rahmen der Aktion "gesundmitkunst" von Stadtkultur und dem Netzwerk bayrischer Städte in der schönen städtischen Galerie Haderbastei in Ingolstadt einen Nana und  Nano-Workshop für Menschen mit Übergewicht geleitet. Der Workshop war ein Präventionsangebot, gefördert von der AOK Bayern. Die Zielgruppe waren Menschen mit Übergewicht, die durch die Gestaltung ihres Körperbildes in Form einer "Nana" oder eines "Nano" einen anderen Zugang zu ihrem Körper erreichen und wieder mehr Verbindung mit ihrem Körper spüren wollten. Es waren nicht nur Menschen mit Übergewicht dabei, sondern auch welche, die aus anderen Gründen einen besseren Umgang mit ihrem Körper gesucht haben, zum Beispiel 2 Frauen mit Lipödem.

Da der Workshop ein 5-tägiger Intensivworkshop war, konnten die Teilnehmer sehr tief in ihre Körperwahrnehmung eintauchen und analog dazu eine "Nana"- einen "Nano" gestalten, der ihr innerstes Wesen und ihre Gefühle wiederspiegelte. Dadurch war es möglich, neben der Gestaltung auch an inneren Themen zu arbeiten, für die sonst im Alltag kein Raum zur Verfügung stand. Genau hinschauen, sich spüren und auch an Körperteilen in Form eines "Körper-Avatars" - einer "Nana"/eines "Nano"" zu arbeiten, ermöglichte Ängste abzubauen und sich liebevoll mit Körperteilen zu beschäftigen, die vorher als nicht liebenswert wahrgenommen wurden. Durch den Workshop konnte diese Ablehnung bei vielen Teilnehmern in Akzeptanz umgewandelt werden. Das gab den Teilnehmern Raum zu inneren Anteilen zu stehen, die vorher eher verleugnet wurden und ermöglichte ein "inneres aufrichten". Das wurde als resilienzfördernd und ein Stück weit als Heilung wahrgenommen.

Interessant war dabei auch, dass die "Nanas" zum Teil von der äusseren Körpergestalt der Teilnehmer deutlich abwichen. Als "Nanas" sind ursprünglich die fröhlichen bunten, üppigen Figuren der Künstlerin Niki de Saint Phalle bekannt. Durch die Verbindung mit den Körperbildern waren in dem Workshop die Ergebnisse der "Nanas"/"Nanos" nicht alle rund und bunt, sondern es waren auch sehr schlanke und weniger stark bemalte Figuren dabei, z.B. eine "Nana" nur in ihrem "Evakostüm". Diese Figur hatte im Laufe des Workshosp einen "Häutungsprozeß" durchlaufen, der sinnbildlich für die momentane Lebenssituation der Teilnehmerin stand. Auch waren märchenhaft anmutende Figuren dabei, die besondere Eigenschaften der Teilnehmer zeigten.

Bei dem Workshop war auch zum ersten Mal in meinen Nana Workshops ein Mann dabei. Das hat mich sehr gefreut, dass auch er von diesem von mir entwickelten Konzept profitieren konnte. Neben den handwerklichen Fähigkeiten, die er dort ausleben durfte, konnte er sich auch auf eine Auseinandersetzung mit seinem Körper einlassen.

Im Wechsel mit den Workshopzeiten, die vor allem der Gestaltung dienten, habe ich immer wieder zu Gesprächsrunden eingeladen, in denen die Teilnehmer in der Gruppe ihre Erlebnisse mit ihrem Körperbild besprechen konnten. Mir war es wichtig bei dieser tiefgehenden Arbeit die Rückmeldung zu haben, wie es jedem einzelnen damit geht und Teilnehmer, falls sie im Laufe des Workshops an eine für sie schwierige Situation kommen sollten, auffangen zu können. Alle Teilnehmer haben den Workshop als positiv erlebt. Von einer Teilnehmerin bekam ich die Rückmeldung, dass sie es durch den Workshop geschafft hatte, sich erstmals mit ihren Emotionen und Ängsten zu beschäftigen, was sie als sehr wertvoll empfand.

Aus meiner bisherigen Erfahrung aus meinen anderen Nana-Workshops bin ich mir sicher dass der Workshop bei den Teilnehmern noch lange nachwirken wird...

Die schöne Umgebung der Haderbastei mit dem Innenhof und das schöne Wetter trugen ebenfalls zu einer Wohlfühlatmosphäre bei.

Unterstützt wurde der Workshop durch eine Ergotherapeutin der Danuvuisklinik, die die Co-Leitung übernahm. Ich bin sehr dankbar, dass bei diesem Pilotprojekt, das im Rahmen von "gesundmitkunst" durch die Medical School Hamburg evaluiert wurde, ein Präventionsangebot angeboten werden konnte, was sowohl Prävention, wie auch ein Stück weit Heilung in einem Rahmen ausserhalb einer Klinik- oder Krankenhausumgebung in entspannter Atmosphäre möglich macht. Vielen Dank an alle Beteiligten, die dieses tolle Angebot möglich gemacht haben. Es ist geplant, den Nana/Nano Workshop im nächsten Jahr in Ingolstadt zu wiederholen. Interessenten können sich gerne bei mir melden, damit ich sie vormerken kann. Das Angebot war für Teilnehmer kostenfrei.